Problem

Ziele und Beschreibung

Fragen

Antworten
Bürgermeister Jürgen Pfütze

Antworten

Axel Gerland

Antworten

Dr.Bärbel Mlasowsky

Betreutes Wohnen

Für ca. 1/5 der Einwohner Zierenbergs und seiner Ortsteile gibt es kein Angebot von „Betreutem Wohnen „  in der Kernstadt mit Service- Funktionen.

Ziel ist es, mindestens 20  Wohneinheiten in den nächsten 3 – 4 Jahren zu schaffen, um älteren Bewohnern die Möglichkeit zu geben im Kern der Stadt am Sozialleben teilzunehmen.

 

 

Frage:  Was möchten Sie  in Ihrer Amtsperiode zu dem o.gen. Ziel realisieren?

 

 

Zu Frage 1 (Betreutes Wohnen)

Die Möglichkeiten der Stadt beschränken sich hier auf eine Rahmensetzung im Zuge der Bauleitplanung; der Betrieb solcher Wohnformen muss in der Stadt Zierenberg in jedem Falle von einem privaten Träger erfolgen; möglicherweise besteht die Möglichkeit durch Veränderungen in der Lange Straße hier entsprechende Flächen „frei zu bekommen“. Allerdings sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass der Besatz an Wohneinrichtungen für Senioren im Landkreis Kassel erfüllt ist, so dass es zur Zeit für private Träger bei Neueinrichtungen keine Investitions-, oder Betriebskostenzuschüsse gibt.

 

Bei diesemThema ist natürlich zu berücksichtigen, dass in unserem ländlichen Raum die Familienverbünde noch eine wichtigere Rolle bei der Betreuung alter Menschen  spielen, als dies in städtischen Gebieten der Fall ist.

Über die evtl. Nachfrage konnte ich mir bisher noch keinen ausreichenden Überblick verschaffen. Sollte eine solche Nachfrage gesichert festgestellt werden, so würde ich die Errichtung einer Altenwohneinrichtung unterstützen. Ich würde mich dafür stark machen einen sozial engagierten Investor zu suchen, um eine solche Eichrichtung zu realisieren.

Eine solche Einrichtung hätte in Zierenberg auch eine lange Tradition (siehe Geschichte zu Hospiz).

Die planungsmäßigen Vorgaben sind vor allem auch im Rahmen der Stadtsanierung hierfür bereits jetzt gegeben. Der Träger zum Bau solcher Wohnungen kann aber nicht die Stadt sein.  Die Stadt kann und sollte aber bei der Vermittlung helfen, in dem sie Gespräche mit möglichen Investoren / Betreibern führt.  Die Schaffung sollte sich am Bedarf orientieren. Derzeit ist mir ein konkreter Bedarf  aber nicht bekannt.

Eigenverantwortung fördern

In den letzten Jahrzehnten ist die Eigenverantwortung für Aufgagen in der Gemeinschaft privat (Nachbarschaftshilfe), in der Verwaltung, bei Dienstleistungen und öffentlichen Arbeiten ständig zurückgegangen.

 

Ziel:  Das Engagement der Bürger im Ehrenamt für die o.gen. Aufgagen zu stärken und zu fördern.

 

Frage:  Wie möchten Sie, in den Vereinen, bei der Verwaltung und bei öffentlichen Aufgaben mehr Bürger im Ehrenamt beteiligen und  die Übernahme von ehrenamtlichen Aufgaben einfordern?

 

 

Zu Frage 2 (Eigenverantwortung fördern)

Mehr Menschen zu einem Ehrenamt zu bewegen kann nur durch ständiges Werben in dieser Sache erfolgen. Ich würde diese Bemühungen auch fortsetzen, obwohl meine Anstrengungen hinsichtlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern im Kindergartenbereich trotz vieler Gespräche als wenig erfolgreich zu bezeichnen waren.

 

 

Sicherlich ist es richtig ehrenamtliches Engagement zu fördern und dort wo möglich dieses im positiven Sinne für die Allgemeinheit zu Nutzen und wenn möglich damit Kosten der Kommune zu reduzieren.

Hierzu sind immer zwei Voraussetzungen notwendig.

1. persönliche interessen oder Betroffenheiten

Menschen engagieren sich insbesondere dann ehrenamtlich, wenn ihre eigenen Interessen berührt sind. Für ein gutes Beispiel in jüngerer Zeit erachte ich die Seniorenbörse.

2. Anerkennung und Anreize

Ehrenamtliches Engagement muß entsprechend anerkannt werden und nicht nur als Mittel zum Zweck empfunden werden. Deshalb habe ich in meinem Wahlprogramm die Einrichtung eines städtischen Ehrenamtspreises für besonders engagierte Mitbürger aufgenommen. Dieser Preis soll von einer Jury in einem festlichen Rahmen jährlich verliehen werden.

Bei vielen Gesprächen mit Mitgliedern der Zierenberger Vereine ist deutlich geworden, dass es dort ein großes Potential an ehrenamtlich Tätigen gibt, das ich hoch schätze. Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit – vom Förderverein Freibad über die Feuerwehren bis zu den Sportvereinen – wäre z.B. Jugendarbeit undenkbar. Dies  kann und sollte man nich fordern, aber fördern z.B. durch besondere Auszeichnungen oder Vergünstigungen wie z.B. Freikarten für das Freibad oder andere öffentliche Veranstaltungen. 

 

Kosten- und Arbeitsmanagement

Je 140 Einwohner ist ein städtischer Angestellter und Arbeiter beschäftigt

Ziel:

Die daraus entstehenden Kosten sind durch ein effektives Arbeitsmanagement, wie z.B. kontrollierte Zeitaufschriebe ,  zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Alle  internen und externen, vergebenen Arbeiten sind ebenfalls zu überprüfen, gegebenenfalls kostensenkend zu verbessern und somit entweder intern effektiver zu lösen oder über Vergabe kostengünstiger zu gestalten.

 

Frage:  Die Stadt hat 53 Bedienstete (lt.Stellenplan 2002). Sehen Sie die Möglichkeit in Ihrer Amtszeit das Arbeits- und Kostenmanagement effektiver zu gestalten? Wenn ja - wie?

 

 

Zu Frage 3 (Kosten- und Arbeitsmanagement)

In meiner Amtszeit ist eine doch nennenswerte Stellenreduzierung erfolgt unter gleichzeitiger Verlagerung von Aufgaben an Private (z. B. Wasserrohrbrüche, Straßenbeleuchtung, reinigen der Einläufe usw.)

Im Zuge der Regie 68 haben wir eine sehr effektive Arbeitsmanagementkontrolle im Bauhof durchgeführt, die wir leider aufgrund der Umstrukturierung bekanntermaßen vorerst einstellen mussten. Ziel muss es sein das Kostenmanagement fortzusetzen, zumal wir mit der Verpflichtung zur doppelten Buchführung ab dem Jahre 2005 dazu auch gezwungen sein werden. Allerdings muss gleichzeitig auch festgestellt werden, dass bei der gegenwärtigen Stellenbesetzung die Verwaltung am unteren Ende angekommen ist und weitere Personalreduzierungen kaum mehr möglich sein werden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass immer mehr Aufgaben von oben auf die Gemeindeebene verlagert werden.

 

Sicherlich kann man nicht einfach nur die Anzahl der Beschäftigten mit den Einwohnern in Relation setzen und dies mit anderen vergleichen. Die kommunalen Kindergärten und andere Einrichtungen erhöhen den Stellenplan gegenüber anderen Kommunen, die diese und andere Leistungen durch Dritte erbringen lassen.

Dennoch werde ich Schritt für Schritt eine Verwaltungs-strukturreform auf den Weg bringen, die kurz folgende Inhalte haben soll: Stärkung der Eigenverantwortlichkeit von Beschäftigten, Schaffung von Leistungsanreizen, Budgetierung von einzelnen Ämtern mit Pilotcharakter, Einführung eines Vorschlagwesens mit festen Kriterien, Abgleich von Kosten von städtischen Arbeiten mit örtlich vorhandenen Gewerben.

(Weitere Hinweise zu Kostenmanagement siehe unter Einnahmen- und Ausgabenrelation.)

Zur Zeit erfolgt  für den Bauhof mit „Regie 68“ eine detaillierte Kostenkontrolle, die es gilt, fortzuschreiben und auszuwerten. Auf der Basis dieser Werte muss ermittelt werden, wie effektiv der Bauhof arbeitet und wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.  Diese Werte müssen mit Angeboten der freien Wirtschaft verglichen werden.

 

Für die Verwaltung ist eine solche Kontrolle nicht möglich. Ziel muss hier sein, dass man im Team für den Bürger arbeitet, Leistung muss sich lohnen.

Keine konsequente Kontrolle von Verordnungen (z.B. Hundesteuer)

 

Ziel ist es ,dass  alle Bürger   sich Gebühren und Steuern beteiligen.

Frage: Sind Sie der Auffassung, dass bei uns in Zierenberg die Gebühren und die Steuern alle ordnungsgemäß bezahlt werden oder haben einzelne Bürger Schlupflöcher gefunden, sei es, dass sie Hunde halten und diese nicht angemeldet haben oder dass sie bei der Müllabfuhr nicht ordentlich veranlagt sind usw. Was wäre zu tun ?

Zu Frage 4 (Keine konsequente Kontrolle von Verordnungen)

Ich bin sehr wohl der Auffassung, dass in der Stadt Zierenberg die Gebühren und Steuern in weit überwiegendem Maße ordnungsgemäß bezahlt werden. Allerdings ist richtig, dass im Bereich der Hundesteuer hin und wieder ein Steuerbetrug festzustellen ist. Sehr vereinzelt gilt dies auch für den Bereich der Müllgebühren. Hinsichtlich der Hunde habe ich die Hilfspolizisten angewiesen hier doch stärker zu schauen. Wir haben auch in einigen Fällen bereits entsprechende Verfahren eingeleitet. Hinsichtlich der Müllgebühren sind wir ausschließlich auf die Hilfe und Mitwirkung der Nachbarschaft angewiesen. Wenn solche Fälle bekannt werden wird die Verwaltung auch tätig. Allerdings ist auch hier anzumerken, dass der ganze Komplex in der Tat im hohen Maße von der Mitwirkung der Bürgerschaft abhängt. Wobei hier auch aus Sicht der Mitbürgerinnen und Mitbürger ein schmaler Grad zum Denunziantentum besteht.

 

 

In Zierenberg, wie auch in anderen Kommunen können wir darauf vertrauen, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung seinen Verpflichtungen nachkommt. Es ist immer nur eine Minderheit, die sich nicht an die notwendigen Regeln des „Miteinanderauskommens“ hält. Ob dies der unangemeldete Hund, das Beschädigen öffentlicher Einrichtungen oder das zu schnelle fahren in Wohngebieten ist. Immer dann verhalten sich einzelne zu Lasten der Allgemeinheit. Seitens der öffentlichen Verwaltung können wir immer nur stichprobenartig  und auf Hinweise dagegen vorgehen. Jeder besondere Anlass ist überdies zur Erinnerung und ggfls. zur Ermahnung zu nutzen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zierenberger Bürgerinnen und Bürger ihrer Pflicht bei Steuern und Gebühren ordnungsgemäß nachkommen.  Es kann nur wenige Einzelfälle geben, die ihrer Steuer- oder Abgabenpflicht nicht nachkommen.  Bei einem entsprechenden Hinweis auf  z.B. „vergessene Hundesteuer“ gehe ich davon aus, dass die Betroffenen dann auch ihren Verpflichtungen ordnungsgemäss nachkommen.

Belästigung von Hundekot in der Innenstadt

Auf fast allen Bürgerversammlungen in der Vergangenheit wurde über Hundekot auf Wegen und Bürgersteigen geklagt.

Hundeausführplätze, gezäunt,

wie in anderen Städten 0,5 –1,0 ha wäre eine Maßnahme

Ziel:

Schaffung von 4 Hundplätzen (Bereich hinter der Volksschule, Rosental am Stämmchenweg,Jung-viehweide an Parkplatz Dörnberg)

Frage: Welche Möglichkeiten sehen Sie, diesem Übel zu begegnen ? Was würden Sie tun ?

 

 

Zu Frage 5 (Belästigung von Hundekot in der Innenstadt)

Wie in der Vergangenheit auch muss hier insbesondere mit Hilfe von Appellen an die Hundebesitzer gearbeitet werden. Im Bereich des Bauhofes haben wir auch durch die Einrichtung der Straßenreinigungsabteilung eine verstärkte Reinigung durchgeführt. Die Hilfspolizisten haben die Anweisung bekommen, bei ihren Rundgängen durch die Stadt hierauf ein Auge zu werfen. Auch hier sind wir auf die Mitwirkung von „Betroffenen“ angewiesen. Die Einrichtung von Hundeausführplätzen halte ich in einem ländlich strukturierten Bereich wie Zierenberg für wenig aussichtsreich, da die freie Landschaft von nahezu allen Stellen des Siedlungsbereiches relativ schnell zu erreichen ist. Ich bin überzeugt, dass solche Plätze von der Bevölkerung nicht angenommen werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin dragonischen Strafen in Form einer Verordnung zu erlassen, wie z. B. in Frankfurt. Das Problem dabei ist aber wiederum , wie bereits oben dargestellt, die Kontrolle solcher Verordnungen.

 

Auch ich selbst bin schon oft an dem Hundekot auf meinem nicht umzäunten Grundstück verzweifelt und darf mich durchaus als betroffen bezeichnen.

Dennoch halte ich in unserer ländlichen Umgebung aus verschiedenen Gründen wenig von sogenannten „Hundeparks“.Auch hier werden wir uns nach meiner Einschätzung auf einige Kontrollen und Apelle beschränken müssen. Auch gezielte Briefe an Personengruppen wie Hundebesitzer zeigen meist schon Wirkung. Wichtig ist es sich immer wieder neue maßnahmen einfallen zu lassen, damit kein Gewöhnungseffekt eintritt.

Hier hilft nur Aufklärung und immer wieder der Apell an die Hundebesitzer.  Die Schaffung von Hundeplätzen halte ich für Zierenberg nicht für sinnvoll. Die Stadt und die Ortsteile sind nicht so gross, dass nicht jeder Hundebesitzer binnen kurzer Zeit beim „Gassigehen“ in die freie Landschaft kommt. 

Straßen und Bürgersteige reinhalten; Rückschnitt von Sträuchern und Büschen auf die Grundstücksgrenzen.

Zur Ordnung in der Stadt gehört, dass die Bürger ihren Pflichten entsprechend den Satzungen nachkommen. Immer wieder erfolgte im Stadtanzeiger ein Apell an die Bürger zur Straßenreinigung und zum Rückschnitt von Hecken und Sträuchern.

Um den nachbarschaftlichen Frieden nicht zu gefährden und auch nicht das Denunziantentum zu fördern, halten wir einen freiwilligen offiziellen Ordnungsdienst für die bessere Lösung.

(Gilt auch für ähnliche Punkte)

Frage: Sind Sie der Auffassung, das Problem müsse angegangen werden und wie ?

 

 

 

Zu Frage 6 (Straßen und Bürgersteige reinhalten; Rückschnitt von Sträuchern und Büschen auf die Grundstücksgrenzen)

Dieses Problem ist ständiges Arbeitsgebiet der Abteilung II. In regelmäßigen Abständen werden entsprechende Veröffentlichungen im Stadtanzeiger vorgenommen; darüber hinaus wird seitens der Hilfspolizisten gerade auch auf das Zuwachsen in Straßeneinmündungsbereichen geachtet. Ich bin der Auffassung, dass auch hier im wesentlichen auf die bisherige Vorgehensweise vertraut werden muss, auch wenn die Erfolge häufig nicht sonderlich gut sind. Die Einrichtung eines offiziellen Ordnungsdienstes halte ich für wenig sinnvoll, da wir uns auch hier wieder sehr nahe am Bereich des Denunziantentums und des „Überwachungsstaates“ bewegen.

 

Wie schon oben erwähnt gibt es verschiedene Regeln des „Miteinanderauskommens“. Je mehr Menschen zusammenkommen bzw. je größer die Kommune ist, um so detaillierter müssen diese Regeln sein. Dazu gehören natürlich auch die städtischen Satzungen, deren Einhaltung nicht vom jeweiligen Verständnis der Betroffenen abhägig gemacht werden kann.

Wir müssen uns jedoch immer Bewusst sein, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gerade die ländliche Umgebung mit seinen „Freiheiten“ bewusst schätzt. Wir sollten uns deshelb immer nur dann ordnungspolitisch einmischen, wenn Regelungen strittig sind oder im Gegensatz zum tatsächlichen Verhalten Vieler stehen. Solches Problembewußtsein sollte zuerst bei den ehrenamtlich bereits tätigen erzeugt werden.

Die regelmäßige Säuberung der Gehwege wird von den meisten Anliegern vorgenommen. Nach meinem Wissen sind es auch hier wirklich nur Einzelfälle. Ein nett formulierter Brief der Verwaltung,  in dem der jeweilige Anlieger auf seine Pflichten hingewiesen wird, löst in der Regel das Problem. Das gilt sowohl für die Reinigung  als auch den Überhang von Bäumen und Sträuchern. Ich habe in meiner langjährigen Praxis damit sehr großen Erfolg gehabt.  Im Gefahrenfall kann im Rahmen der Ersatzvornahme auf Kosten des jew. Eigentümers der Rückschnitt erfolgen. Dies sollte aber die Ausnahme sein.

 

 

Kernstadt Friedhof Zustand und Erhaltung schlecht

 

Renovierungsstau an der Friedhofskapelle, Wegen und Zäunen!
(Sichtschutz zur Kläranlage durch Beplanzung erwünscht)

Frage: Gefällt Ihnen unser Friedhof in Zierenberg ? Oder müsste etwas geschehen, was und wie  ?

Zu Frage 7 (Friedhof Kernstadt)

Es ist beabsichtigt im nächsten Jahr einen entsprechenden Sichtschutz in Richtung Kläranlage zu pflanzen. Im übrigen beabsichtige ich ebenfalls im nächsten Jahr eine Pflegegebühr auf dem Friedhof Zierenberg einzurichten, um auch hier die Pflegekosten gerechter zu verteilen und auch zum Teil gewünschten Mehrpflegeaufwand dann auf die Nutzer umlegen zu können.

 

Vollkommen richtig ist die Kritik an dem Aussehen des Zierenberger Friedhofs. Insbesondere eine Bepflanzung als Sichtschutz zur Kläranlage dürfte keinen allzu großen Aufwandt bedeuten und kann daher trotz der angespannten Haushaltslage schnell realisiert werden. Hier liegt auch ein klassisches Betätigungsfeld einer von mir befürworteten Friedhofskommission.

In den Ortsteilen gibt es sehr aktive und gut funktionierende Eigeninitiativen, die Defizite auch z.B. auf dem Friedhof beseitigen (in  Oelshausen wird z.B. dieses Jahr die Friedhofshalle um-/angebaut). So etwas könnte man sicher auch in der Kernstdt  organisieren. 

 

Optisch wenig ansprechend ist die direkte Nachbarschaft zur Kläranlage. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf.

Kein Einsatz von Sozialhilfeempfänger

In manchen Gemeinden werden arbeitsfähige Sozialhilfeempfäner zu allgemeinen Arbeiten, zu Reinigung von gemeindlichen Flächen oder anderen öffentlichen Aufgaben herangezogen.

Allgemeine Aufgaben der öffentlichen Ordnung.

Frage: Sehen Sie auch in Zierenberg eine solche Möglichkeit ? Wollen Sie so etwas durchsetzen und
wie ?

 

Zu Frage 8 (Kein Einsatz von Sozialhilfeempfängern)

Diese Behauptung trifft nicht zu. Im Bauhof der Stadt Zierenberg arbeiten im Durchschnitt in jedem Jahr –insbesondere in der Sommersaison- rund 5 Sozialhilfeempfänger. Wir haben damit im Grundsatz gute Erfahrungen gemacht.

 

Nach der BTW wird es sicherlich eine neuerliche Reform des Sozialhilferechts geben. Das Bestreben aller Kommunen ist es in erster Linie die Sozialhilfeempfänger wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Hierzu dient auch das Programm „Arbeit statt Sozialhilfe“ (A+S) in Verbindung mit der Arbeitsverwaltung. Träger der örtlichen Sozialhilfe ist der Kreis. Ein Einsatz in der Stadt Zierenberg ist derzeit im wesentlichen im Rahmen des Programmes A+S möglich. Nach meiner Kenntnis wird dies in Zierenberg auch praktiziert. Bei dieser sinnvollen Beschäftigung muss die Kommune jedoch immer Komplementärmittel zuschießen. Solche Personaleinsätze müssen maßnahmebezogen sein und mit der Arbeitsverwaltung abgesprochen werden. Ich halte sie im Grundsatz für sinnvoll.

Dies wird bereits seit mehreren Jahren  in Zierenberg praktiziert.  Vor allem in der Grünpflege werden Sozialhilfeempfänger mit einem bestimmten Stundenkontingent sehr sinnvoll eingesetzt. Dies sollte auch weitergeführt werden. In meiner täglichen Arbeit habe ich diese Kräfte auch mit sehr großem Erfolg in der Gewässerunterhaltung eingesetzt.

Freibad erhalten

Das Freibad  ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Infrastruktur. Der Wohn- und Freizeitwert unserer Stadt wird durch da Freibad  erheblich gesteigert.

 

Ziel ist es, den dauerhaften Betrieb des Freibades zu sichern.

 

Frage: Wenn Sie in die Situation gerieten, dass die Stadt weitere freiwillige Leistungen zurücknehmen müsste, würden Sie dann den Betrieb des Freibades unter städtischer Regie einstellen?

Zu Frage 9 (Freibad erhalten)

Die Kostenbelastung des Freibades muss im Rahmen gehalten werden. Eine wesentliche Maßnahme dazu sind die Energiekosten. Hier sind wir dabei mit dem Landkreis einen Vertrag dahingehend abzuschließen, die Heizungsanlage des Freibades an den Landkreis zu übergeben und Grundschule und Freibad gemeinsam beheizen zu lassen; dadurch sind erhebliche Einsparungen im Energiebereich zu erwarten. Eine weitere Energieeinsparungsmöglichkeit besteht im sinnvollen Einsatz der Attraktionen. Die Frage das Freibad in eine private Regie zu übertragen halte ich für sehr theoretisch, da sicherlich kein privater Betreiber sich finden läßt, der ein solches Freibad in dieser Größenordnung und dieser Struktur wirtschaftlich betreiben kann. Von daher wird der städtische Betrieb des Freibades auch zukünftig die einzige Möglichkeit sein.

 

Bereits in meinem Wahlprogramm bringe ich zum Ausdruck, dass ich alles in meinem Einfluß liegende tun werde, um das Zierenberger Freibad zu erhalten. Ich strebe einen Einsatz einer Fachkraft für das Schwimmbad in Zusammenarbeit mit einer anderen Kommune an. Diese muß nicht in unmittelbarer Nähe zu Zierenberg liegen, da sich die Kooperation insbesondere auf den Beschäftigungseinsatz beziehen soll. Dies soll nur ein Beispiel für stäreres interkommunales Engagement sein. Möglicherweise sind weitere Investitionszuschüsse im Rahmen der EU Förderkriterien rekrutierbar.

Mein Ziel ist, das Freibad auch langfristig zu betreiben. Deshalb haben die Unabhängigen lange um eine Begrenzung der laufenden Kosten in der Haushaltsdebatte gerungen. Es macht keinen Sinn, Millionen auszugeben, um ein Bad attraktiv zu gestalten und es dann zu schließen.

 

Bei einem verordneten Zwang zur Einsparung freiwilliger Leistungen gilt das gleiche.  Ziel ist der Erhalt des Bades. Dies hängt wesentlich von der weiteren Haushaltslage und den jeweiligen Beschlüssen zu möglichen Sparmaßnahmen  in den Gremien ab.

 

Kosteneinsparungen sind dann möglich, wenn die in der Diskussion stehende  Holz-Hackschnitzel-Anlage des Landkreises gebaut wird. Dann könnte vor allem die im Sommer erzeugte Wärme sinnvoll und kostengünstig für das Freibad genutzt werden.

 

 

Einnahmen- und Ausgabenrelation der Stadt verbessern

 

 

Bei der Betrachtung des städtischen Haushaltes sollten neben der kritischen Sichtweise bei den Ausgabenpositionen auch Vorschläge erarbeitet werden, wie die Einnahmesituation des Haushaltes sich kurz- ,mittel- und langfristig verbessern kann.

Frage: Welche Aktivitäten werden Sie unternehmen um die Einnahmesituation der Stadt Zierenberg kurz bis langfristig zu verbessern?

Zu Frage 10 (Einnahmen und Ausgabenrelation der Stadt verbessern)

Bei der Struktur des Verwaltungshaushaltes und dem geringen Anteil an Realsteuern wird es kaum gelingen, über diesen Weg die Einnahmesituation der Stadt durchgreifend zu verbessern. Ein wichtiger Ansatz hier muss sein, dass wir in Zukunft durch entsprechende Siedlungspolitik zumindestens unsere Einwohnerzahl halten und wenn möglich über 7.500 erhöhen, um unsere Einkommensteueranteile einigermaßen in der Höhe beibehalten zu können. Zur Struktur des Haushaltes wird es im wesentlichen darum gehen, die Ausgabesituation zu verändern. Hier müssen wir uns konzentrieren auf die Frage der sogenannten Kernaufgaben der Verwaltung, aber auch auf unsere städtischen Einrichtungen. In diesem Zusammenhang erlaube ich mir auf mein Papier vom Jahre 2000 hinsichtlich der Strukturveränderungen der Bürgerhäuser hinzuweisen, dass ich damals auf Wunsch aller Fraktionen im Zusammenhang mit dem Haushaltsbeschluss 2000 an die Fraktionen geleitet habe. Bis heute ist aus der Mitte der Stadtverordnetenversammlung darauf keine Reaktion erfolgt.

 

 

Gerade dieses Thema kann in dieser Form nur unzureichend dargestellt werden und ist daher noch mündlich zu erläutern.

1.        Um den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer zu halten oder noch zu erhöhen in vernünftigen Schritten auch weiterhin Baugebiete in Zierenberg und seinen Ortsteilen ausweisen.

2.        Das Instrument des „Benchmarking“
(vergleichende Rechnungen mit anderen Kommunen) ist stärker zu nutzen, um zu sehen, wo wir unsere Leistungen noch verbessern, und unsere Kosten reduzieren können.

3.        Die Kosten müssen nach dem Verursacherprinzip auch dort verbucht werden, wo sie anfallen. Dadurch wird der Haushalt für jeden nachvollziehbar.

4.        Die Einführung verschiedener Komponenten der „neuen Steuerung“ für die Verwaltung soll die Wirtschaftlichkeit der städtischen Dienstleistungen überprüfen und Möglichkeiten der Kostenreduzierung aufzeigen, sowie dadurch mehr Transparenz der Kosten für die Bürger schaffen.

Ich will das Interesse weiterer Investoren für unsere Gewerbeflächen - auch überregional – wecken und so zur zukünftigen wirtschaftlichen und beschäftigungspolitischen Situation in Zierenberg positiv beitragen.

Stärkere Nutzung von Fördermöglichkeiten von Land und Bund, aber insbesondere der Europäischen Kommission, für Zierenberg .

Auf viele Einnahmefaktoren hat die Stadt keinen Einfluss. Wir wissen noch nicht, ob es z.B. langfristig weiter Gewerbesteuereinnahmen geben wird oder wie sich der Wohnungsmarkt  entwickelt. Die Bevölkerungsentwicklungsprog-nosen  sprechen alle von rückläufigen Bevölkerungszahlen. Hier mit einem stärkeren Zuzug Fremder nach Zierenberg zu rechnen und damit einhergehend einer starken Ausweitung der bestehenden Baugebiete halte ich für die nächsten Jahre nicht für realistisch. Kassel hat derzeit 13 % aller Mietwohnungen leerstehen, Tendenz steigend.

 

Es ist einfacher und sinnvoller, die Ausgaben zu reduzieren -  durch Verzicht von unnötigen Ausgaben.  Hier ist ein großes Einsparpotential vorhanden. In den politischen Gremien ist in der Vergangenheit von mir in den jeweiligen Bereichen bereits auf die Möglichkeiten hingewiesen worden.  Als Bürgermeisterin würde ich diese dann auch konsequent umsetzen können.

 

Zu wenig Geschäfte und Serviceangebote in der Kernstadt

Ziel ist: weitere Dienstleistungs-betriebe und Geschäfte in der Innenstadt anzusiedeln.

Frage: Wie sieht Ihr Konzept zur Ansiedelung weiterer Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe in der Kernstadt Zierenberg aus?

Zu Frage 11 ( Zu wenig Geschäfte und Serviceangebote in der Kernstadt)

In dieser Frage habe ich eine differenzierte Auffassung. Vor dem Hintergrund des Einzugsbereiches des Stadtteils Zierenberg von rund 5. bis 6.000 Einwohnern im Bereich der täglichen Daseinsvorsorge halte ich den Geschäftsbesatz sicherlich aus der Sicht als Kunde für verbesserungsbedürftig, allerdings aus der strukturellen Sicht für eher noch überbesetzt. Die besten Beispiele erleben wir ja dadurch, dass Geschäfte mit Artikeln, die im Grenzbereich zwischen der täglichen Daseinsvorsorge und dem unteren periodischen Bedarf liegen, schließen. Das wichtigste Ziel muss es hier sein, den Bestand zu sichern. Dazu gehört auch eine sehr zurückhaltende Ansiedlungspolitik außerhalb des Sanierungsgebietes. Ich werden versuchen im Zuge der Erarbeitung des von mir auch sehr kritisch gesehenen Strukturgutachtens hier eine Einflußnahme dahingehend auszuüben, dass die Ansiedlung außerhalb des Altstadtbereiches sehr zurückhaltend in Zukunft gehandhabt werden soll. Im Rahmen der Sanierung werden wir hier unsere Maßnahmen zur Verbesserung des Stadt- und Straßenbildes fortsetzen, um einfach auch einen Rahmen für die Geschäfte zu geben. Des weiteren bin ich gegenwärtig mit einigen anderen darum bemüht, wieder eine Art Werbegemeinschaft oder Interessengruppe der Einzelhändler in der Altstadt ins Leben zu rufen.

 

In der Zierenberger Innenstadt fehlen noch einige konsumbezogene Geschäfte wie z.Bsp. Butiken. Ein Konzept ist gemeinsam mit Fachleuten, vorhandenen Gewerbetreibenden und evtl. mit „Existenzgründern“ zu erarbeiten. Für Existenzgründer können Förderzuschüsse der Arbeitsverwaltung und der EU in Anspruch genommen werden. Die Attraktivität der Zierenberger Kernstadt wächst für Gewerbetreibende und Besucher  in gegeseitiger Abhängigkeit nur Schritt für Schritt.

Das Konzept sollte erst erarbeitet werden, wenn das vom Parlament beschlossene Struktur-Gutachten vorliegt.

Auch hier gilt: Viele Faktoren sind von kommunaler Seite nicht beeinflussbar (Miethöhe, Qualität der Ausstattung der Mieträume etc.) Aber Stadtentwicklungen wie z.B. Hillbolzen sind hierfür kontraproduktiv.

 

Mein Ziel ist eine Sicherung der bestehenden Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungen in der Innenstadt mit der Möglichkeit, durch geänderte Marktstrategien die bestehenden Geschäfte aufzuwerten und nach Möglichkeit noch neue anzusiedeln.  Dies geht nur gemeinsam mit den Gewerbetreibenden. Der Fremdenverkehr  und die Bewohner der Altstadt müssen dabei intensiv mit eingebunden werden.

 

Keine Industrieansiedlung an der BAB Abfahrt Zierenberg

Die Stadt sollte die Ansiedelung von Industriebetrieb(-en) an der BAB-Abfahrt Zierenberg nochmals betreiben. Aufgrund veränderter politischer Ausrichtung bei RP könnte dies Erfolg haben.

Frage: Wollen Sie einen oder mehrere Industriebetriebe an der BAB Abfahrt Zierenberg ansiedeln bzw. Welche Vorstellungen haben Sie diesbezüglich?

Zu Frage 12 (Keine Industrieansiedlung an der BAB Abfahrt Zierenberg)

Der Versuch Anfang der 90ziger Jahre, den ich gestartet habe um eine Gewerbeansiedlung an der Autobahnabfahrt umzusetzen, ist leider auch durch Aktivitäten Zierenberger Kommunalpolitiker beim Regierungspräsidium gescheitert. Aus heutiger Sicht –also 10 Jahr später- sehe ich für die Ausweisung eines Gewerbegebietes in diesem Bereich relativ wenig Chancen, wenn in erheblichem Maße Vorleistungen für Investitionen hinsichtlich der Erschließung erbracht werden müssen. Anders wäre dies, wenn beispielsweise wie in Wolfhagen/Breuna ein Unternehmen käme und ganz konkrete Vorstellungen hätte. Leider haben wir für diese Ansiedlung von REWE an unserer Autobahnabfahrt nicht ausreichend Fläche zur Verfügung gehabt. D. h., wenn ein solches Projekt auf uns zukäme, würde ich das mit Nachdruck vertreten. Eine Initiative aus uns heraus halte ich jetzt sowohl hinsichtlich der investiven Vorleistung als auch hinsichtlich der geschaffenen Strukturen (insbesondere GVZ in Kassel) nicht mehr für zweckmäßig.

 

Bereits bei meiner Bewerbung bei der SPD habe ich angekündigt mich um zusätzliche Gewerbeflächen in verkehrsgünstiger Nähe zur Autobahnabfahrt Zierenberg zu bemühen.

Die verkehrstechnischen Entscheidungen, wie zum Beispiel der Weiterbau der A 44, bringen für uns Chancen mit sich, die es zu nutzen gilt. Andere Kommunen haben dies bereits erkannt. Wir müssen dabei jedoch neue Wege finden. Ich bin derzeit mit einem Inverstor im Gespräch. Hier würde einer der Schwerpunkte meiner zukünftigen Arbeit als Bürgermeister liegen.

Ich halte ein Gewerbegebiet im Bereich der Autobahnabfahrt Burghasungen für sinnvoll und  umsetzbar, aber nur in einem gemeinsamen Konzept mit Habichtswald.  Beide Gemeinden würden davon profitieren. 

 

Gewerbeflächen im direkten Umfeld der Autobahnauffahrt belasten die Kernstadt  bzw. die Ortsteile nicht mit Verkehr und wären auch für Fremdfirmen je nach Branche attraktiv. 

 

Die Flächen müssen dann allerdings so ausgewiesen werden, dass sich dies nicht nachteilig  für Burghasungen auswirkt.

Keine Strategie der Gewerbeansiedlung

Zierenberg sollte über den Eigenbedarf ortsansässiger Firmen hinaus weitere Gewerbeflächen zur Verfügung stellen.

Frage: Wie sieht Ihr Konzept zur Ansiedelung weiteren Gewerbes in Zierenberg aus?

Zu Frage 13 (Keine Strategie der Gewerbeansiedlung)

Hier in der Tat vertrete ich eine etwas andere Auffassung. Meine Gewerbeansiedlungspolitik setzt in erster Linie darauf, die bestehenden Betriebe in Zierenberg zu halten und auch hier gewisse Subventionen zu leisten (Beispiel Firma Braun). Sicherlich ist es wünschenswert auch Betriebe von außen nach Zierenberg zu holen, allerdings ist dies aufgrund der verkehrlichen Anbindungen der Stadtteile Zierenberg und Oberelsungen nur sehr schwer möglich. Auch unsere Aktivitäten in dieser Richtung haben dies bewiesen. Anders ist die Situation durchaus in Oelshausen. Die jetzt erfolgte Erweiterung der Gewerbefläche Rottfeld ist sicherlich auch im Hinblick auf die relative Nähe zur Autobahn ein Standort, an dem eine Ansiedlung eines Betriebes von außen möglich sein wird und auch meinerseits angestrebt wird, da im Stadtteil Oelshausen soviel Fläche nicht für die Eigenentwicklung erforderlich ist.

 

 

Ich will durch ein gezieltes Stadtmarketing die Vorzüge unserer ortsansässigen Betriebe darstellen und deren besondere Vorzüge detailliert aufzeigen. Damit erhöhen wir auch die Attraktivität für andere Interessenten. Dabei will ich die vorhandenen Gewerbeflächen gezielt nutzen, um weiteren Betrieben die Vorzüge Zierenbergs mit seinen Stadtteilen aufzeigen zu können

Ich werde für alle Gewerbetreibenden einen festen Ansprechpartner in der Stadtverwaltung einrichten, damit die „Wege der Bürokratie“ nicht zum Hindernis werden.

Ich beabsichtige ein regelmäßiges Treffen aller Handel- und Gewerbetreibenden einzurichten, um deren Probleme und Ansichten aus erster Hand zu erfahren und gemeinsam pragmatische Lösungen voranzutreiben.

Gewerbeflächen müssen attraktiv sein, durch die Verkehrssituation vor allem der Kernstadt ist dies nicht gegeben.

Flächen in direkter Nähe des Zubringers sind attraktiver und belasten die Verkehrssituation der Kernstadt nicht.

 

Eine Ansiedlung auswärtiger Gewerbebetriebe in den bestehenden Gewerbegebieten werden deshalb mit Ausnahme der Flächen in Oelshausen kaum realisierbar sein.

 

Zu innenstadtrelevantem Gewerbe siehe meine Ausführungen zur Frage nach den Geschäften und dem Serviceangebot.

Anderes Nutzungskonzept der Bürgerhäuser mit dem Ziel den städtischen Zuschuß zu reduzieren

Die Stadt ist zunehmend nicht mehr in der Lage die freiwilligen Leistungen auf heutigem Niveau zu halten. Andere Nutzungskonzepte mit privatem eigenverantwortlichen Engagement könnten hier Entlastung bringen.

Frage: Wenn Sie bei den freiwilligen Leistungen in den nächsten Jahren Abstriche machen müssen, wo wollen Sie ansetzten? Können Sie sich z.B. ein anderes Nutzungskonzept bei den Bürgerhäusern mit dem Ziel der Reduzierung von Zuschüssen vorstellen?

Zu Frage 14 (Anderes Nutzungskonzept der Bürgerhäuser mit dem Ziel den städtischen Zuschuss zu reduzieren.)

Hierzu verweise ich wiederum auf das von mir im Jahre 2000 erarbeitete Konzept für die Bürgerhäuser, das den Fraktionen vorliegt. Der Kernpunkt dieses Konzeptes war es, die Bürgerhäuser mehr in ein Dienstleistungsbereich zu überführen (z.B. Tagungen gemeinsam mit örtlichen Gastwirten). Dies hat natürlich zur Konsequenz, dass es dann nur noch nachrangig Bürgerhäuser im Sinne von Vereinsnutzung und privaten Nutzungen sein werden. Dies politisch durchzusetzen halte ich allerdings für äußerst schwierig und bedarf eines langen Atems.

 

Durch den Haushalt habe ich derzeit noch einen unzureichenden Überblick über die Beleger- und Einnahmesituation der Bürgerhäuser. Gerade für unsere Vereine ist eine günstige Nutzung als Vereinsförderung zu verstehen. Bei Veranstaltungen mit gewerblichem Zweck sollte eine weitestgehende Kostendeckung erzielt werden. Insgesamt liegt der Zuschuß 3,6 mal so hoch, wie in meiner Heimatgemeinde.

Bürgerhäuser sind wichtige Einrichtungen, vor allem in den Ortsteilen, aber auch in der Kernstadt.  Ein geändertes Nutzungskonzept ist nur sinnvoll in Übereinstimmung mit den Nutzern. 

Eine Privatisierung der Bürgerhäuser halte ich für nicht realisierbar, da sich kein Betreiber hierfür finden wird. Dies würde zudem zu Lasten der Nutzer gehen.

 

Eine Reduzierung der städtischen Zuschüsse hätte eine finanzielle Mehrbelastung der Vereine zur Folge. Dies ist von mir nicht gewollt. Es besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit von Eigeninitiativen, dies ist aber kein unendliches Potential. Die meisten Vereine haben da bereits ihr Maximum erreicht.

Keine Mehrheit im Parlament Seit der Kommunalwahl 03/2001 gibt es keine Mehrheitsfraktion/ - koalition im Stadtparlament!

Ziel ist es, eine bürgernahe und  bürgerfreundliche Sachpolitik zu betreiben.

Frage: Wie wollen Sie Mehrheiten für zukünftige Sachpolitik gewinnen?

Zu Frage 15 (Keine Mehrheit im Parlament)

Das Ziel einer bürgernahen und bürgerfreundlichen Sachpolitik zu betreiben ist meiner Meinung nach unstreitig. Es wird wie in der Vergangenheit darum gehen, für bestimmte Dinge (insbesondere Haushalt) Mehrheiten zu gewinnen. Allerdings sehe ich diese Möglichkeit einer Sachpolitik nicht bei allen Fraktionen, da ich hin und wieder den Eindruck habe, dass dort auch der entsprechende Wille dazu fehlt.

 

Auch wenn die politischen Entscheidungen sicherlich im Parlament getroffen werden sollen, so halte ich sehr viel von einer verlässlichen parlamentarischen Arbeit. Dies setzt eine Mehrheitbildung vorraus. Nach meiner persönlichen Auffassung sollte die SPD Fraktion die feste Zusammenarbeit mit der FDP Fraktion suchen. Hierzu hat es auf meine Initiative hin bereits eine erste Diskussionen gegeben.

Dieses Thema würde ich jedoch gern mündlich mit Ihnen besprechen.

Durch sachliche Diskussion und Überzeugungsarbeit.

Mehr Neubürger – auch von Außerhalb

Zur Sicherstellung der Zierenberger Infrastruktur – Kindergärten, Schulen, Freizeiteinrichtungen, Geschäfte ect. – ist es erforderlich, den rückläufigen Bevölkerungsprozess (Überalterung) entgegen zu wirken!

Ziel: Stärkung der Zierenberger Steuermittel/Gebühreneinnahmen ect. Zur Erhaltung/Verbesserung der genannten Einrichtungen.

Frage: Wie wollen Sie Neubürger für Zierenberg gewinnen?

Zu Frage 16 (Mehr Neubürger – auch von außerhalb)

Die Sicherung und wenn möglich Erhöhung der Einwohnerzahl auch im Hinblick auf die Einkommensteueranteile ist zu erreichen durch eine Ausweisung weiterer Baugebiete. Ich halte die Politik, wonach auf Neubauten verzichtet, weil man noch leerstehende Wohnungen bzw. nicht zu verkaufende Häuser hat, für völlig falsch. Nach wie vor ist es so, dass die Bildung von Wohneigentum auch in der jungen Bevölkerungen einen hohen Wert darstellt. Und die Käufer von gebrauchten Häusern und die Bauherren neuer Häuser ist ein sehr unterschiedliches Klientel. D. h. also, es muss weiterhin Ziel sein insbesondere im Stadtteil Zierenberg, über den Eigenbedarf hinaus Wohnbauflächen anzubieten.

 

Zierenberg hat hervorragende Voraussetzungen eine interessante Wohnstadt auch für Auswärtige zu sein. Die Lage im Warmetal, die günstige Verkehrsanbindungen über Straße und Schiene, Interssante Freizeiteinrichtungen wie das Freibad, ausreichende Einkaufsmöglichkeiten und eine attraktive Fachwerkstadt haben nur wenige Kommunen in unserer Nähe aufzuweisen. Aktives Marketing und eine gezielte Anlaufstelle in der Stadtverwaltung  müssen mit dem Ausweisen von Baugebieten einhergehen. Den Prozess, den wir in Breuna eingeleitet haben, können wir in Zierenberg noch erfolgreicher beschreiten. Dazu zählt auch, dass Zierenberg in der Presse dauerhaft positiv dargestellt wird und das äußere Erscheinungsbild durch Attraktivität und Dynamik  und nicht durch Streit gekennzeichnet ist.

Derzeit gibt es kaum Wanderungsbewegungen.  Eine flexible Verwaltung ist aber durchaus in der Lage, auf  geänderte Vorgaben zu reagieren und damit umzugeben. Ein deutliches Bevölkerungswachstum für Zierenberg ist aus meiner Sicht für die nächsten Jahre nicht realistisch, egal, welches Instrument man hierfür verwenden würde. Ziel ist deshalb vielmehr, für alle Altersstrukturen eine attraktive Stadt zu schaffen und zu erhalten. Die Stadtsanierung und die Stadtentwicklung spielt dabei eine wichtige Rolle.  Gerade die Bewohnerinnen   und Bewohner des Schreckenberges sind in den letzten Jahren die „Verlierer“ gewesen (z.B. durch die Verlagerung von Aldi und Edeka). Dieser Entwicklung muss gegengesteuert werden.

 

Im Bereich der Kindergärten muss zukünftig auf die geänderten Bedürfnisse eingegangen werden. Unsere Forderung nach Ferienbetreuung und Hortplätzen spielt dabei eine wesentliche Rolle.

 

Die Verwaltung hat auf die Schulpolitik wenig Einfluss, da der Träger der Landkreis ist. Anträge der Stadt an den Landkreis haben in den letzten Jahren wenig Erfolg gehabt. Dies hat auch das vor einigen Wochen stattgefundene Gespräch in der Grundschule sehr deutlich gemacht.

Verhältnis Kernstadt : Stadtteile

Bei einigen kernstadtbezogenen Veranstaltungen bzw. Sachprozessen (Freibad, Geschäftswelt ect.) ist eine Gemeinsamkeit aller Zierenberger Bürger nicht erkennbar!

Ziel:  Gemeinsame Zielsetzung und Verantwortung von Maßnahmen für Gesamt – Zierenberg erreichen.

Frage: Wie wollen Sie trotz der dörflichen Eigenständigkeit der Stadtteile und der Stadtprobleme der Kernstadt ein stärkeres „Wir Gefühl“ bei Politikern und Bürgern für Zierenberg erreichen?

Zu Frage 17 (Verhältnis Kernstadt : Stadtteilen)

Für mich war diese Eigenständigkeit der Stadtteile und der Kernstadt in meiner bisherigen Arbeit nie ein Problem. Allerdings ist es richtig, dass insbesondere in Teilen der Bevölkerung die Verwaltungsreform aus dem Anfang der siebziger Jahre bis heute innerlich nicht vollzogen ist. Allerdings bewerte ich dieses Problem sehr niedrig, da trotz dieser „inneren“ Gegensätze die gemeinsame politische Arbeit in der Stadt in den zurückliegenden Jahren als durchaus erfolgreich bezeichnet werden kann. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Entwicklung der Stadt dadurch gehemmt wird, dass es übertriebene stadtteilbezogene Eifersüchteleien gibt.

 

Die Arbeit der ehrenamtlich Tätigen in der Kommunalpolitik, den Vereinen und sonstigen Interessengruppen bezieht sich deshalb sehr stark auf die Kernstadt, weil dass Verhältnis der Einwohner zwischen Kernstadt und Stadtteilen sehr eindeutig geprägt ist. Gemeinsamkeiten entwickeln sich immer nur, wenn gemeinsame positive Elebnisse die Erkenntnis des „Miteinanders“ stärken. Dabei wird es immer einen notwendigen Anteil an Eigenständigkeit der Stadtteile geben müssen. Die Stadtteile sind die Identifikationsbasis, die auch durch die HGO mit der Gründung der Ortsbeiräte richtigerweise so gewollt wurde.

Das „Wir-Gefühl“ kann nur an geeigneten Themen / Projekten gestärkt werden.

Das „Wir-Gefühl“ ist sicher nicht in allen Bereichen vorhanden. Die Kernstadt und die Stadtteile können nur durch gemeinsame Aktivitäten zusammenwachsen. Dazu muss man aufeinander zugehen und bereit sein, miteinander etwas zu bewegen.

 

Die Eigenständigkeit der Ortsteile ist aber wichtig zur Erhaltung ihrer Identität.  Es wäre schade, wenn es die Aktivitäten und Bräuche vor allem der Ortsteile nicht gäbe. Dies ist ein ganz elementarer sozialer Baustein, der bewahrt werden muss.

Treffpunkte für Kinder und Jugendliche fehlen

 

Kinder und Jugendliche benötigen Freiraum. Sie brauchen Spielflächen und Treffpunkte, wo sie sich auch ohne permanente Aufsicht entfalten können. Zierenberg, ebenso die Stadtteile bieten zu wenig, bzw. keine Möglichkeiten die diesen Bedürfnissen Rechnung tragen.

 

Frage: Sehen Sie darin ein Problem und wie möchten Sie dem Abhilfe verschaffen.

 

Zu Frage 18 (Treffpunkte für Kinder und Jugendliche fehlen)

Hier bin ich etwas anderer Meinung. Wir betreiben in allen Stadtteilen einen Jugendraum im Rahmen der offenen Jugendarbeit. Natürlich können wir hier nur ein Angebot unterbreiten, dass Jugendliche entweder annehmen oder nicht annehmen. Das selbe gilt für alle Angebote von Spielflächen und Treffpunkten. Niemand kann gezwungen werden ein solches Angebot dann auch in Anspruch zu nehmen. Hinsichtlich der Spielplätze bin ich ebenfalls der Meinung, dass wir keinen Unterbesatz haben. Wir haben ja in unseren Spielplätzen eine Struktur eingerichtet, wonach nur Spielgeräte für Kinder unter 8 Jahren neuerdings aufgestellt werden sollen. Dies ist auch richtig, weil in einem ländlich und dörflich strukturierten Bereich Kinder auch im Umfeld der Siedlungsgebiete ausreichend Spielmöglichkeiten haben.

 

Zu diesem Punkt habe ich sehr dezidierte Vorstellungen, wie ich mit Jugendlichen unterschiedlicher Altersgruppen ins Gespräch kommen möchte. Eine Schlüsselrolle liegt hier natürlich auch bei dem entsprechenden Parlamentsausschuss.

Hier nur einige Stichpunkte: praxisgerechte Spiel- und Begegnungsstätten, eine feste Planung bei der Geräte auf Spielplätzen erneuert und ergänzt werden, Kinderkulturfest durchführen, Dialog mit den Schülern und Jugendlichen suchen und verstärken, bessere Abstimmung unserer städtischen Jugendarbeit mit der von Vereinen, Kreis und Kirche

Es muss gemeinsam mit den Jugendpflegern ein Konzept erarbeitet  und umgesetzt werden.

 

Ich habe mich deshalb z.B. im Parlament im Rahmen der Diskussion um die Ferienbetreuung für Ferienspiele für die Grundschulkinder  ausgesprochen.

 

Für unsere Jugendlichen  sind  reine Kommunikationsorte  notwendig und wichtig. Dabei spielt „sehen und gesehen werden“ eine große Rolle. Eine Aufsicht wird von den Jugendlichen zu Recht abgelehnt. Wenn wir unsere Jugendlichen zu mündigen Bürgern erziehen wollen, dürfen wir sie nicht gängeln. Den Jugendpflegern kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.  Eine Streetwalker-Tätigkeit wäre eine sinnvolle Ergänzung.

Die Aktivitäten ergeben sich aus den unterschiedlichen Neigungen.

 

Gerade die Stadtteile bieten mit ihren Strukturen ideale Spielmöglichkeiten auch in den Außenbereichen. Ich glaube, dass dort das wenigste Defizit vorhanden ist.

Fremdenverkehr

Zierenberg ist eine Kleinstadt mit einer wunderschönen landschaftlichen Umgebung.

Fragen: Inwieweit könnte der Fremdenverkehr eine Rolle spielen?

 

Wie stellen Sie sich den Fremdenverkehr in Zierenberg überhaupt vor?

 

Zu Frage 19 (Fremdenverkehr)

Es ist richtig, dass die Stadt Zierenberg in einer landschaftlich sehr reizvollen Lage liegt allerdings sind unsere Fremdenverkehrsstrukturen deutlich unterentwickelt. Ich glaube auch nicht, dass wir hier große Chancen haben werden einen Level zu erreichen, der einen gewissen Standard wiederspiegelt. Vielmehr müssen wir uns darauf konzentrieren –auch gemeinsam mit den Gastronomen der Stadt- die Naherholung, d. h. den kurzzeitigen Aufenthalt in der Stadt deutlich zu verbessern. Hierzu beabsichtige ich –wie ich das bereits ja in der Haushaltsdiskussion zum Haushalt 2002 mitgeteilt habe- eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Gastronomen zu bilden. Darüber hinaus wird diese Frage natürlich auch in dem Strukturgutachten eine Rolle spielen.

 

Der Tourismus hat nicht nur viel mit der schönen Landschaft rund um Zierenberg zu tun, sondern auch mit dem vielfältigen kulturellen Angebot.

Viele Vereine und Verbände betätigen sich heute aktiv auf dem kulturellen Gebiet. Sie tragen schon heute mit ihrem Engagement wesentlich zur Attraktivität von Zierenberg und seinen Stadtteilen bei. Das Gut Hohenborn, die Mühle Laar und natürlich das Gut Escheberg, das älteste Fachwerkrathaus Hessens und die evangelische Stadtkirche mit ihren Wandmalereien faszinieren auch viele Besucher von außerhalb und sind ein unverzichtbarer Bestandteil für jeden geschichtlich interessierten Touristen in dieser Region.

Ein Tourismuskonzept muss daher sowohl auf die landschaftlichen, als auch auf die kulturellen Attraktivitäten abgestellt sein.

Ich möchte mit allen in diesem Bereich Tätigen ein gemeinsames Tourismus- und Kulturkonzept erarbeiten. Dieses kann nur tragen, wenn es von allen Beteiligten selbst miterarbeitet wird und diese sich damit identifizieren.

Kooperationen mit anderen Kommunen in der Nachbarschaft können die Attraktivität von gemeinsam geplanten Veranstaltungen erhöhen und Zierenberg als eine Adresse für Kultur- und Tourismusveranstaltungen festigen helfen. Dazu gehört natürlich auch, die Sanierung in der Zierenberger Kernstadt Schritt für Schritt fortzuführen. Dabei sollten Schönheit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen.

Die Touristikregion Reinhardswald baut derzeit ein regionales Konzept auf. Zierenberg hat viele touristisch interessante Bereiche. Da ist der Dörnberg mit seinem wertvollen Orchideenbestand genauso zu nennen wie die Altstadt und die Güter. Escheberg hat einen Teil seiner Flächen für Besucher zugänglich gemacht, aber zu wenige wissen dies. 

 

Mehr und vor allem gezielte Werbung an den richtigen Stellen könnte einiges verbessern.  Das Gastronomieangebot spielt dabei eine elementare Rolle. 

Keine Schulkinderbetreuung

Die räumliche und personelle Gegebenheit macht eine sinnvolle Schulkinderbetreuung in Zierenberg unmöglich

Frage: Wie wollen Sie diese Situation positiv verändern ohne den finanziellen Rahmen zu sprengen?

 

Zu Frage 20 (Keine Schulkinderbetreuung)

Wie ich ja bereits mitgeteilt habe, beabsichtige ich nach der Schließung einer Kindergartengruppe die Frage zu prüfen, ob ein Bedarf für ein erweitertes Angebot besteht. Diese Bedarfsabfrage ist in Vorbereitung und wird in den nächsten Wochen rechtzeitig vor der Aufstellung des Haushaltsplanes 2003 vorliegen. Dabei gibt es die Alternativen der Hortbetreuung, der Betreuung der unter dreijährigen oder aber als Mischform die altersübergreifende Gruppe. Nach Gesprächen mit dem Landkreis wird die letzte Form für die Stadt Zierenberg die sinnvollste sein. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich der Bedarf letztlich in einem relativ engen Rahmen halten wird.

 

 

Ich nehme an, dass es sich bei dieser Frage um die vorrangegangene Diskussion zur Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder Zierenbergs handelt. Aus meiner Sicht muss erst einmal der Bedarf bei den Eltern der jetzigen Grundschulkinder gesichert ermittelt werden. Sollte dieses Interesse vorhanden sein, befürworte ich ein ausloten verschiedener Möglichkeiten, um die Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder der Stadt Zierenberg mit Hausaufgabenhilfe sicherzustellen.

Ich schlage jedoch zuerst eine Verständigung mit dem Schulträger, dem Landkreis Kassel vor. Es sollte erst einmal geprüft werden, ob ein solches Angebot nicht in der Schule selbst realisiert werden kann. Schulkinder gehören in die Schule und sollten nur in Ausnahmefällen im Kindergarten untergebracht werden. Schließlich gehe es nicht nur um eine „Aufbewahrung“ der Kinder, sondern um eine pädagogisch begleitete Hausaufgabenhilfe.

Bei einer Unterbringung in der Schule könnten die zusätzlichen Investitions- und Unterhaltungskosten für die Stadt Zierenberg vermieden werden. Zudem ist in der Probephase eine Förderung über das Arbeitsamt möglich. Ich selbst habe solche Projekte in meiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verwaltungsausschusses eines Arbeitsamtes mitinitiiert und gefördert.

Die Probephase soll über ein Schulhalbjahr hinaus gehen, damit ein Dauereffekt eintritt und nicht nur eine Momentaufnahme zur Begründung einer dauerhaften Entscheidung herangezogen wird. In jedem Fall befürworte ich eine schulische und vorschulische Nachmittagsbetreuung.

Die Situation in der Grundschule wird sich für das kommende Schuljahr eher verschlechtern als verbessern.  Eine Nachmittagsbetreuung in der Schule ist aufgrund des sehr begrenzten Platzbedarfs in der jetzigen Form nicht umsetzbar.

 

Ich habe mich deshalb bereits in der Vergangenheit für eine Nachmittags- und Ferienbetreuung, die über das von der Grundschule angebotene Maß hinausgeht, eingesetzt. Leider war aufgrund der Personalkapazität  und der bereits gewährten Urlaubsanträge im Kindergarten eine kurzfristig umsetzbare Probephase nicht möglich. Dabei waren sich alle Fraktionen einig, dass ein Bedarf für eine Betreuung da ist. Zur Zeit wird seitens der Verwaltung abgefragt, wie gross der Bedarf ist.  Danach werden sich die Gremien erneut mit der Thematik beschäftigen, mit dem Ziel,  eine solche Betreuung einzurichten.

Zu hohe Kosten für den Kindergarten ( z.B. ehrenamtliche Aufgaben )

Der Kindergarten beansprucht hohe Zuweisungen der Kommunen. Besondere Auflagen der Kinder-betreuung (1,5Fachkräfte/Gruppe)  belasten auch die personelle Struktur. In den umliegenden Gemeinden wird offen über Gruppenschließungen gesprochen.

 

Frage: Wie sieht Ihr Konzept aus? Können Sie sich vorstellen, über ehrenamtliche Tätigkeiten die finanzielle Situation zu verbessern?

Wie stehen Sie zu einer organisatorischen Veränderung des Kindergarten der Kernstadt?

 

 

 

 

Zu Frage 21 (Zu hohe Kosten für den Kindergarten)

Auch in der Stadt Zierenberg wird es im nächsten Kindergartenjahr (2003/2004) zur Schließung mindestens einer Kindergartengruppe kommen. Zu möglichen Konsequenzen daraus habe ich zu Frage 20 etwas gesagt. Hinsichtlich der ehrenamtlichen Tätigkeiten im Kindergarten habe ich bereits auch Ausführungen gemacht. Leider sind meine Bemühungen hier ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zu gewinnen von wenig Erfolg beschieden gewesen. D. h. nicht, dass man nicht auch im nächsten Kindergartenjahr einen entsprechenden Versuch wieder startet. Vielleicht trifft man ja dann doch auf etwas offenere Ohren. Hinsichtlich der kommunalen Zuweisungen wird es in erster Linie darum gehen müssen, diesen Zuschuss in einer Größenordnung zu halten, der die heutige Größenordnung nicht nennenswert übersteigt. D. h., wir müssen durch weitere strukturelle Maßnahmen versuchen die Defizite im Rahmen zu halten, insbesondere auch vor dem Hintergrund steigender Personalkosten. Diese strukturellen Maßnahmen sind, wenn erforderlich, Gruppenschließungen und im Betreuungsbereich durch Personal im Niedriglohnsektor. Hier hoffe ich, dass das nach der Bundestagswahl dann zu entsprechenden Regelungen kommt, wonach sich dann auch die Beschäftigung von Niedriglohn - Mitarbeitern für den Arbeitgeber wieder lohnt,

 

Ich betreue in meiner Tätigkeitseit ca. 14 Jahren auch Erzieherinnen. Aus meiner Erfahrung heraus halte ich es  für wichtig mir erst einmal anzuschauen wie viel Stunden der Erzieherinnen in so genannten Randzeiten anfallen. Daran kann man dann erkennen ob und in welchem Umfang ehrenamtliche Arbeit helfen kann Personalkosten zu sparen, oder unsere Erzieherinnen zu entlasten.

Gern bin ich daher bereit mit Ihnen eine Reihe von möglichen Organisationsformen in Kindergärten zu besprechen. Dies würde an dieser Stelle sicherlich den Rahmen sprengen.

Durch eherenamtliche Tätigkeit wird die gesetzliche Vorgabe  (1,5  Fachkräfte pro Gruppe) nicht aufgefangen. Der Kindergarten wird immer eine Zuschusseinrichtung bleiben.  Die Gruppenschließungen anderer Gemeinden liegt nicht an den gesetzlichen Vorgaben, sondern an der geringeren Kinderzahl.

Ehrenamtlich Tätige einzusetzen, kann, muss aber nicht funktionieren. Dies hängt vor allem davon ab, ob die Ehrenamtlichen sich in den Kindergartenbetrieb integrieren. Ehrenamtliche können aber immer nur Hilfen sein, die eigentlichen Aufgaben müssen von den Erzieherinnen  erfüllt werden.  Eine große Kosteneinsparung sehe ich dabei nicht, wohl aber eine arbeitsmäßige Entlastung.

Verhalten des BGM ggü. den Gremien

Keine Küchenkabinette ausserhalb der Gremien

Frage: Wie stellen Sie sich eine sachlich und neutrale Zusammenarbeit mit allen Gruppierungen vor?

Zu Frage 22 (Verhalten des Bügermeisters gegenüber den Gremien)

Als nicht parteigebundener Bürgermeister werde ich die Zusammenarbeit allen Stadtverordneten auch in Zukunft anbieten. Allerdings kann ich niemanden zwingen davon Gebrauch zu machen.

 

 

Diese Frage scheint mir durch ganz besondere Erfahrungen in Zierenberg mit dem derzeitigen Bgm. begründet zu sein. Sicherlich werde ich der SPD, die meine Kandidatur stützt und in der ich Mitglied bin in meiner ehrenamtlichen Arbeit weiter besonders verpflichtet bleiben.

Dies darf jedoch kein Widerspruch zu einer umfassenden Informationspolitik gegenüber den gemeindlichen Gremien sein. Nach meiner Auffassung wird die Stärke des Bürgermeisters nicht dadurch deutlich, dass er möglichst viel an den Gremien vorbei allein entscheidet. Seine Stärke sollte durch gute Argument und von Überzeugungskraft begründet sein. Die Direktwahl des Bgm. als ein, auch aus meiner Sicht, wichtiges plebiszitäres Element der Hessischen Kommunalverfassung fördert gerade die notwendige Überparteilichkeit der Amtsführung.

Ein Bürgermeister sollte immer über den Fraktionen stehen. Deshalb halte ich grundsätzlich eine/n parteilose/n Bürgermeister/in für die beste Lösung. 

 

Durch sachliche und konstruktive, fraktionsübergreifende  Arbeit und Beteiligung aller Fraktionen an  Entscheidungsprozessen ist eine optimale Arbeit gewährleistet.  Die Transparenz der Entscheidungen muss  sichtbar und nachvollziehbar sein.

 

Ein/e  Bürgermeister/in sollte für alle Bürger – egal welcher Partei oder Wählergruppe sie sich zugehörig fühlen - da sein.  Die Verwaltung ist für mich im weitesten Sinn ein Dienstleistungsunternehmen und sollte auch so geführt werden.

 

Dabei ist die Bürgernähe ein ganz wichtiger Punkt.  In der Vergangenheit haben sich viele Bürgerinnen und Bürger als Bittsteller gefühlt und manche Entscheidungen als willkürlich empfunden. Ich möchte für alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen Bürgermeisterin sein, die auf die Sorgen und Nöte eingeht und versucht, Abhilfe zu schaffen.

Kommissionen

Früher gab es verschiedene Kommissionen (sachkundige Bürger und Mitglieder der städtischen Körperschaften) zu Bereichen, die dem Magistrat fachlich zuarbeitet haben.

Frage: Wollen Sie die Kommissionen wieder beleben?

Zu Frage 23 (Kommissionen)

Zu der Frage der Kommissionen habe ich ein differenziertes Verhältnis. Ich bin ein überzeugter Anhänger der repräsentativen Demokratie, d. h. der Verantwortung gewählter Vertreter. Meine bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die politische Arbeit auch ohne Kommissionen durchaus positiv zu gestalten ist.

Eine Möglichkeit zur breiteren Mitarbeit könnte darin liegen –vorbehaltlich der kommunalrechtlichen Zulässigkeit- sogenannte „sachkundige Bürger“ in die Fachausschüsse zu berufen, die aber kein Stimmrecht haben. Meine Erfahrungen aus Niedersachsen belegen aber, dass es sich dabei dann auch wieder um Parteimitglieder handelt, wodurch das Ziel einer breiteren „Bürgerbeteiligung“ vertreten wird. Dies galt im übrigen anhand der Mitgliederlisten auch für die früheren Fachkommissionen in Zierenberg.

 

Es war in meiner bisherigen kommunalpolitischen Tätigkeit immer meine Auffassung, und die wird sich auch als Bürgermeister nicht ändern, dass in einigen Bereichen Kommissionen als Hilfsorgane (nach HGO) des Magistrates einzusetzen sind. Gerade im Bereich der Friedhöfe, des Umwelt- und Vertragsnaturschutzes und überall dort, wo mit direkten Interessen von Bevölkerungsgruppen besondere Beziehungen existieren, machen Kommissionen aus dem demokratischen Gesichtspunkt der Bürgerbeteiligung einen Sinn.

Bei besonderen Projekten kann die Stadtverordnetenversammlung auch befristet Ausschüsse einsetzen. So hat die Gemeindevertetung in Breuna auf meinen Vorschlag hin zu dem Vorhaben des Um- und Erweiterungsbaues des Hallenbades einen gesonderten Ausschuss „Parkhallenbad“ eingerichtet. Dieser hat eine Breite Beteiligung des Parlamentes sichergestellt.

Nein, nur wenn ein wirklicher Bedarf besteht und eine solche Kommission die Arbeit der Verwaltung wirklich erleichtert. Ich halte die derzeitigen Kommissionen für ausreichend.

Zusammensetzung des Magistrates

Der Magistrat sollte nicht aus mehreren Mitgliedern einer Familie zusammengesetzt sein

Frage an Frau Dr.M.: Tritt Ihre Tochter im Fall Ihrer Wahl zur BGM von ihrem Magistratsmandat zurück?

 

Auch wenn diese Frage ausdrücklich nicht an mich gerichtet ist, so lassen Sie mich einen Hinweis zur Zusammensetzung des Magistrates geben.

Nach meiner Auffssung muss bei der Zusammensetzung neben der nach HGO notwendigen Berücksichtigung aller Parteien auf zwei weitere Punkte hingewiesen werden. Zu einen ist es notwendig,dass alle Stadtteile im Magistrat vertreten sind, und zum anderen muss dieser eine arbeitsfähige Größe haben. Bei der derzeitigen Größe des Magistrates ist dies kritisch zu beobachten. Ein abschließendes Urteil werde ich mir jedoch erst nach einigen Wochen/Monaten erlauben können.

Ja - Das ist gesetzlich vorgegeben und selbstverständlich.

 

 

 


 

 



 



 

 

 

 

.