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13.11.07 18:10

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Rede zum Antrag

 

Herr Stadtverordnetenvorsteher,

meine Damen und Herren,

 

am 18.Januar hatte das Sturmtief Kyrill in unserem Stadtwald am Bärenberg einen erheblichen Schaden verursacht. Auf einer nicht unerheblichen und zusammenhängenden Fläche vom Gipfel bergabwärts sind sämtliche Bäume entwurzelt worden. Inzwischen sind dort die Holzerntemaßnahmen weitgehend abgeschlossen.

Unser Antrag zielt zunächst darauf ab, ob die Stadt Zierenberg einen Gestaltungsspielraum bezüglich der Neuanpflanzungen hat.

In den vorangegangenen Ausschusssitzungen des USW und des HFA wurde unser Antrag schon diskutiert.

Aber anstatt sich mit den positiven Aspekten unseres Vorschlages auseinander zu setzten wurden von den anderen hier vertretenen Fraktionen Gründe angeführt, weshalb unser Vorschlag nicht zustimmungsfähig sei.

 

An Gründen wurden genannt:

 

·       Es werden sich in dem besagten Waldgebiet zukünftig mehr Menschen aufhalten und das Wild in seiner Ruhe stören.

·       Das Windprofil wird durch eine Schneise unterbrochen und es wäre aus diesem Grund mit Windbruch zu rechnen.

·       Es muss eine Fläche von ca. 20 mal 50 Meter gerodet werden.

·       Der Berg ist stark abrutschgefährdet, bei länger anhaltenden und intensiven Niederschlägen muss mit Schlammlavinen gerechnet werden.

·       Eine Schneise bzw. Skiabfahrt muss gepflegt werden, hierfür stehen der Stadt jetzt und zukünftig keine Mittel zur Verfügung.

·       Wir bekommen aufgrund der globalen Erwärmung der Erdathmossphäre keine Schneewinter mehr.

·       Für Downhillrennen wäre solche Anfahrt nicht anspruchsvoll genug.

·       Wie sollen die Menschen auf den Berg kommen – für ein Skilift hat die Stadt kein Geld.

 

Ich hoffe ich habe nun die wesentlichen Punkte genannt, auf die ich nun eingehen möchte:

 

Es ist sicherlich richtig, dass sich das Wild in Zeiten eines Skibetriebes oder anderweitigen sportlichen Veranstaltungen aus dem Bereich einer Abfahrt zurückziehen wird. Unseres Erachtens ist in unserem Stadtwald genügend Waldfläche vorhanden in die sich das Wild temporär zurückziehen kann. 

Bei einer Wiederaufforstung würden die Neuanpflanzungen sicher durch einen Wildzaun geschützt werden müssen und stehen deshalb bis auf weiteres dem Wild auch nicht zur Verfügung.

 

Unser Vorschlag ist doch noch keine Planung, wie so eine Schneise tatsächlich gestaltet werden kann. Es muss ja auch nicht eine gradlinige Abfahrt geschaffen werden, viel interessanter wäre doch eine geschlängelte oder Zackenform z.B. wie ein S oder ein Z.  Die Angriffsflächen für den Sturm könnten so doch erheblich abgemildert werden und das Landschaftsbild würde durch diese geschlängelte Form doch nicht nachhaltig gestört.

 

Wir haben doch jetzt nicht die Absicht die stehen gebliebenen Bäume, die jetzt noch eine Barriere zur Hute bilden, zu fällen.  Diese Bäume werden aber sicher auch in den nächsten Jahren geerntet werden, so dass dann eine Verbindung sodann hergestellt werden kann.

 

Durch eine geschlängelte Form wäre unseres Erachtens auch die Bodenerrosion beherrschbar. Im Übrigen habe ich bei der Hute eine solche Errosion noch nicht beobachten können.

 

Die Pflege einer solchen Schneise wird sicher das Wild übernehmen, wild gesäte Schösslinge würden diese sicher verbeißen.  Die Hute ist ja auch nicht zugewachsen.

Und unser Vorschlag zielt auch nicht darauf ab, dass die Stadt Zierenberg hier einen zusätzlichen Pflegeaufwand betreiben soll.

Und es ist für uns nicht erkennbar, worin dort für die Stadt ein zusätzlicher Pflegeaufwand entstehen sollte.

 

Wir möchten die mögliche Nutzung einer Schneise oder Abfahrt nicht nur auf den Abfahrtski beschränken. 

Doch kann sich wohl jeder von Ihnen noch an den Winter 2005/2006 erinnern.

Dort hatten wir über viele Wochen eine geschlossenen Schneedecke und die Nordhanglage hat ein vorschnelles Schmelzen der Schneedecke an der Hute verhindert.

 

Der Bärenberg ist einer der höchsten Berge im Naturpark Habichtswald. Sicher gibt es anderswo bessere und geeignetere Abfahrten als hier bei uns, jedoch glauben wir, dass auch eine Abfahrtsmöglichkeit ohne lange Anfahrtswege auch hier bei uns interessant wäre.

Wenn über so eine Idee in unserer Region gesprochen und darüber in der Zeitung berichtet wird, können wir ja durchaus Interesse wecken.

 

Ob es sich lohnen wird einen Lift einzusetzen, muss letztendlich die Nachfrage danach entscheiden. Ein Aufstieg zu Fuß wäre sicher eine sportliche Herausforderung. Ich könnte mir aber auch eine Traktorfahrt mit Anhänger bis zum Bärenbergturm vorstellen.

 

Meine Damen und Herren,

 

wenn Sie sich selbst ein Bild gemacht haben, wie sich die Landschaft am Bärenberg durch Kyrill verändert hat, könnten Sie doch verstehen, dass hierin auch eine Chance liegt, das Gelände anders zu gestalten, als lediglich die Wiederaufforstung auf ganzer Fläche vorzunehmen.

 

Es liegt in der Natur des Menschen zunächst immer nur Gründe zu finden, weshalb etwas nicht geht. Ich vermisse aus unserer Mitte heraus neue Ideen und Anregungen, die Zierenberg nach vorn bringen können.

Wir haben hier eine einzigartige Landschaft, die jedoch leider bisher nur wenig touristisch genutzt wird.

 

Wir möchten mit unserem Vorschlag auch keine zusätzlichen Kosten verursachen.

Wir wollen erreichen, dass über unseren Vorschlag auch im positiven Sinne nachgedacht wird.

Wir wollen, dass nicht jetzt vorwegnehmend Tatsachen geschaffen werden, die eine Gestaltung zukünftig nicht mehr möglich werden lässt.

Und bevor diese Neuanpflanzungen überhaupt ihre Wirkung im Windprofil und der Bodenbefestigung nachhaltig beeinflussen können, werden noch Jahrzehnte vergehen. Somit sind einige Argumente, die gegen unseren Vorschlag sprechen auch nicht wirklich nachvollziehbar.

 

 

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!